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PFLEGEGRADE

Mit dem Inkrafttreten des PSG II sind an die Stelle von den bis dahin geltenden drei Pflegestufen fünf Pflegegrade getreten. Zur Feststellung des Pflegegrades wird sich ein Gutachter des MDK oder ein von der BKK-Pflegekasse beauftragter unabhängiger Gutachter zunächst ansehen, welche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und Fähigkeiten vorliegen. Hierbei werden sechs verschiedene Bereiche beurteilt:

  1. Mobilität (z. B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z. B. örtliche und zeitliche Orientierung)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (z. B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
  4. Selbstversorgung (z. B. Körperpflege, Ernährung)
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z. B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuch)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z. B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Entsprechend der Beeinträchtigungen wird eine festgelegte Punktzahl vergeben. Grundsätzlich gilt: Je schwerwiegender die Beeinträchtigung, desto höher ist die Punktzahl. Die innerhalb der Bereiche vergebenen Punkte werden zusammengezählt und gewichtet. Entsprechend ihrer Bedeutung für den Alltag fließen die Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen hierbei unterschiedlich stark in den Pflegegrad ein:

Fünf Pflegegrade

Aus dem Umfang der Beeinträchtigungen in den einzelnen Lebensbereichen und dem entsprechenden Punktwert wird das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit ermittelt und hieraus der Pflegegrad abgeleitet.

  • Pflegegrad 1:
    Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 2:
    Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 3:
    Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 4:
    Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 5:
    Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Eine Besonderheit besteht bei Pflegebedürftigen, die einen spezifischen, außergewöhnlich hohen personellen Unterstützungsbedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen. Diese werden unabhängig vom Erreichen des Schwellenwertes dem Pflegegrad 5 zugeordnet. Eine solche Bedarfskonstellation liegt nur bei der Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine vor.

Bei pflegebedürftigen Kindern wird der Pflegegrad durch einen Vergleich der Beeinträchtigungen ihrer Selbstständigkeit und ihrer Fähigkeitsstörungen mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.

Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade

Personen, die bis zum 31.12.2016 pflegebedürftig waren, wurden zum 01.01.2017 – ohne neue Antragstellung und ohne erneute Begutachtung –– aus der bis dahin geltenden Pflegestufe in einen Pflegegrad übergeleitet.

Der übergeleitete Pflegegrad bleibt grundsätzlich auf Dauer gültig. Wird zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer Pflegegrad festgestellt, gilt dieser ab Änderung der tatsächlichen Verhältnisse.

Bestandsschutz auf Leistungen

Versicherte, die Ende 2016 bereits Leistungen der Pflegeversicherung erhielten, haben einen sogenannten Besitzstandsschutz. Dieser besteht grundsätzlich ein Leben lang, es sei denn, die Pflegebedürftigkeit erlischt.